Öko.See.Dorf – Sicherung

Genossenschaftliches Wohnprojekt Friedrichshafen

Das Dorf in der Stadt – persönlich, ökologisch, innovativ

Stand 15.12.2018

Die Idee

Unsere Vision ist es, ein genossenschaftliches Ökodorf für 90 bis 150 Menschen zu bauen, die miteinander eine neue Kultur des gemeinschaftlichen Lebens und der Selbstbestimmung entwickeln möchten. In dieser Umgebung dürfen moderne Wohn-, Arbeits- und Lebensformen angewendet und erprobt werden. Wir wollen Wohnraum für Groß- und Kleinfamilien, Paare, WGs und Einzelne aller Generationen und verschiedener Kulturen sowie gemeinsam genutzter Räume und Flächen schaffen. Dabei werden gewerbliche, soziale, ökologische und kulturelle Räume und Zusammenhänge geknüpft. Die vertretenen Werte der Genossenschaft sind insbesondere: ökologisch und regenerativ, soziokratisch und gewaltfrei sowie angemessen und fair zu sein und mit Rücksicht auf die Erde und die nächsten Generationen von Menschen zu agieren.

Erste Skizze Öko.See.Dorf

Über uns

Wir sind im zweiten Jahr der Vorbereitung des Projekts: Einige Familien, Paare und Einzelne, die sich als Initiativgruppe zusammengefunden haben, treffen sich regelmäßig und bringen das Projekt voran.  Ein Architekt und ein Entwicklungsberater unterstützen uns mit ihrer fachlichen Kompetenz. Daraus bilden sich ein Leitungskreis zur Gründung der Genossenschaft und dem Aufbau einer Verwaltung. Ein Arbeitskreis arbeitet an den Statuten, so dass bis Ende des Jahres mit der Eintragung ins Genossenschaftsregister zu rechnen ist. Nach der Stabilisierungsphase dieser „Pioniergruppe“ wollen wir weitere Interessenten gewinnen, die dann über ein Bewerbungsprozedere der Genossenschaft als Mitglieder beitreten können.

Die Basis

1. Dörflich und urban

Das „Öko.See.Dorf“ will neben der Ökologie den dörflichen und den regionalen Charakter beleben: Im Dorf kennt jeder jeden, man ist persönlich bekannt. Diese Zugehörigkeit und der Gemeinsinn innerhalb solch einer Dorfgemeinschaft stärken jeden Einzelnen. Eine starke Gemeinschaft wiederum vermag es, ihrer Umwelt einen besonderen Wert zu geben. Während sich auch in der Bodenseeregion die Städte immer mehr zu einem anonymen Komplex verdichten, wollen die Menschen nicht nur urban und stadtnah, sondern auch naturnah und verbunden leben.

2. Ökologisch, ästhetisch und grün

Wir wollen ein grünes Dorf nach ökologischen Gesichtspunkten und nachhaltigen Aspekten bauen. Unser zentrales Anliegen ist dabei, die Nutzung regenerativer Energien sowie das Bilden und Schließen von Kreisläufen. Es soll formschön gebaut werden und reichhaltig bepflanzt sein. Permakultur und ökologischer Gartenbau zur Lebensmittelproduktion nach dem Konzept der Gemeinschaftsgärten wird eng in das gesamte Projekt eingebunden. Die Bebauung soll möglichst wenig Boden versiegeln, sich in ihrer Ausdehnung den natürlichen Gegebenheiten anpassen und der CO₂-Fußabdruck durch die Nutzung von erneuerbaren Energien und Materialien sowie anderer klimafreundlicher Maßnahmen möglichst gering gehalten werden.

3. Genossenschaftlich und partizipativ

Wir finanzieren, bauen, bewohnen, nutzen und verwalten unsere Wohn-, Gemeinschafts- und gewerblich genutzten Gebäude und Flächen genossenschaftlich.  Die eingetragene Genossenschaft als Rechtsform beteiligt die Mitglieder am Gemeineigentum und regelt Ein- und Austritt, Erbe, Umzug innerhalb des Wohnprojekts, Mitsprache, Selbstverwaltung und vieles mehr. Die Einzelheiten werden in der Satzung, in der Geschäft- und in der Hausordnung geregelt.

4. Gewaltfrei und soziokratisch

Die Bewohner organisieren sich soziokratisch und nehmen an den Gestaltungs- und Entscheidungsprozessen teil. Um in der Kommunikation und in Sachen Konfliktbewältigung dieselbe Sprache zu sprechen, wird eine Basis in „Gewaltfreier Kommunikation“ von allen Bewohnern vorausgesetzt.

5. Sozial, fair, angemessen und bezahlbar

Wir beabsichtigen, die Kosten des Vorhabens und den Betrieb des Ökodorfes in einem für die Bewohner sozial verträglichen Rahmen zu gestalten. Die Wohnungsgröße soll angemessen zur Anzahl der Bewohner sein. Das Anrecht auf Wohnraum ist lebenslang gesichert. Das Vorhaben berücksichtigt die Beteiligung für alle Generationen und Kulturen.

6. Individuell und gemeinschaftlich

Eigener Wohnraum für 90 bis 150 Menschen in 40 bis 80 Wohnungen unterschiedlicher Größe für 1 bis 6 oder 8 Menschen als Single, Paare, kleine und große Familien, evtl. Pflege-WG für alle Generationen. Etwa 10 bis 12 % der gesamten Wohnfläche werden als Gemeinschaftsräume wie z.B. Versammlungsraum, vielleicht Kantine mit Mittagstisch, Werkstätten und Lager, Gästezimmer etc. genutzt werden.

7. Wertschöpfend und sinnstiftend

Im „Dorf“ sollen Werte in Bereichen der ökologischen Produkte und Dienstleistungen, Gesundheits- und Bildungsbereichen geschaffen, gehandelt und getauscht werden. Zehn Prozent des Bauvorhabens werden für gewerbliche Zwecke vorgesehen. Einige Arbeitsplätze werden in der Genossenschaft geschaffen und Gewerberäume können gepachtet werden z.B. für ein Seminarzentrum, ein Institut für Nachhaltigkeit, eine Bio-Kantine, ein Nachbarschafts-Café, für Praxen und Büros, Fahrradshop, Bike- und Car-Sharing sowie für Projekte mit Permakultur, Tiefenökologie, Terra Preta, Kompostierung und Natur- und Klimaschutz.

8. Modern und vorbildlich

Wir leisten Pionierarbeit: mit modernstem Energiemanngement für eine Plus-Energie-Siedlung, einer durchgängig ökologischen Bauweise unter Berücksichtigung ressourcenschonender Bebauung, einem integrierten Car-Sharing-Konzept, einem ausbalancierten Verhältnis von Wohn-, Gemeinschafts- und Gewerbeanteilen. Dadurch tragen wir Rechnung für das wachsende Bedürfnis der Menschen nach alternativer Wohn- und Lebenskultur, sowie einem sozial verantwortungsbewussten Umgang miteinander. So würde das Öko.See.Dorf-Konzept beispielgebend für bürgerschaftliches Engagement sein, Wohn- und Lebensraum nach elementaren Bedürfnissen selbst gestalten zu dürfen.

9. Integriert und vernetzt

Unsere Ziele sind: Eine gute Integration in Nachbarschaft, Gemeinde und Kreis, Förderung von Nachbarschaftshilfe, einer fairen Zusammenarbeit mit der Stadt und dem Landkreis im Bereich Nachhaltigkeit, Bürgerschaftsbeteiligung und Stadtentwicklung. Gut vernetzt mit anderen Ökodörfern und nachhaltigen Wohnprojekten im Bodenseeraum, aber auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie europaweit und darüber hinaus.

10. Forschend und lehrend

Die begonnene Zusammenarbeit mit Universitäten und Fachhochschulen zur wissenschaftlichen Begleitung im ökologischen und sozialwissenschaftlichen Bereich wird intensiv fortgeführt. Die Dokumentation wissenschaftlicher Begleitung und Veröffentlichung der gesammelten Erfahrungen in der Umsetzung des Projekts als Masterarbeiten und Dissertationen sind bereits vorbereitet. Zudem streben wir die Gründung eines Instituts und Bildungszentrums für Nachhaltigkeit und Permakultur an.

Aktueller Stand

Wir sind auf der Suche nach einem geeigneten Grundstück und dabei über ein in Frage kommendes ca. 1,1 ha großes Grundstück in stadtnaher Lage im Gespräch. Wenn die entsprechenden Entwicklungsschritte durchgeführt und die Zustimmungen erteilt werden, kann mit einem Baubeginn ab 2021 gerechnet werden. Die Initiativgruppe arbeitet an den Statuten und dem Businessplan zur Gründung einer eingetragenen Genossenschaft, der Gründungstermin ist für den 20. Juli 2018 vorgesehen.

Die Größenordnung unseres Vorhabens bleibt von der Größe des dann erworbenen Grundstücks abhängig, deshalb haben wir verschiedene Modellrechnungen durchgeführt:

 

M

L

XL

Anzahl der Bewohner (Erwachsene/Kinder)

90 (60/30)

120(80/40)

150 (100/50)

Anzahl der Wohnungen

40

60

80

Durchschn. Größe der Einheiten netto

75 qm

75 qm

75 qm

Wohnfläche netto

3.000 qm

4.500 qm

6.000 qm

Gemeinschaftsfläche netto

300 qm

500 qm

700 qm

Gewerbefläche netto

330 qm

500 qm

650 qm

Wohn/Nutz/Gewerbe-Fläche netto

3.630 qm

5.500 qm

7.250 qm

Gesamt bebaute Flächen brutto

1.500 qm

2.000 qm

2.500 qm

Die zukünftigen Bewohner

  • sind ökologisch interessiert und orientiert
  • sind motiviert und engagiert das genossenschaftliche Wohnprojekt umzusetzen.
  • erwerben sich Basis Know-how in Soziokratie (SKM)
  • und eine Grundlage in „Gewaltfreier Kommunikation“ (GFK)
  • verzichten auf ein eigenes KFZ und beteiligen sich beim E-Car-Sharing
  • bringen finanzielle Mittel von im Schnitt 20-25 % der Entstehungskosten auf und
  • nehmen an einem Bewerberverfahren teil

Das Bewerbungsverfahren

Da die Umsetzung des Projektes einen hohen persönlichen Einsatz, eine starke Verbindlichkeit sowie finanzielle Mittel verlangt, führen wir einen Bewerbungsprozess durch, um die passenden Voraussetzungen besser ausloten zu können. Wir rechnen mit einem sehr dynamischen Entwicklungsprozess für dieses Wohnprojekt über mehrere Jahre hinweg und es braucht Entschlossenheit, Mut und Gemeinschaftsgeist, um es zu realisieren. Durch den Bewerbungsfragebogen und das Bewerbungsgespräch können sich Interessierte beim genossenschaftlichen Wohnprojekt Öko.See.Dorf als zukünftige Genossenschaftsmitglieder/ Bewohner bewerben und gemeinsam überprüfen, ob es passt.

Unterlagen und weitere Informationen sind erhältlich bei:

Öko.See.Dorf – Genossenschaftliches Wohnprojekt Friedrichshafen
Markus Hener und Odette Lassonczyk
Bahnhofstraße 21
88048 Friedrichshafen

Fax: +49 (0)7544-3076099
E-Mail: mail@oekoseedorf.net